Das Urteil der Jury
„Von Mozarts Violinkonzerten gibt es schon reichlich Aufnahmen, aber diese ist doch etwas Besonderes. Zum einen wegen des hier so galant und elegant aufspielenden Mozarteumorchesters Salzburg. Zum anderen und vor allem wegen des jungen spanischen Geigers und Dirigenten Roberto González-Monjas, der das Orchester seit September 2024 leitet. Sein exzellenter Booklet-Text erklärt sein Verständnis dieser Werke: eine perfekte Balance, im Klang wie in der Gestik, zwischen konzertantem und (kammer-)orchestralem Stil. Großes Lob auch für den Tonmeister Joël Cormier.“ (Für die Jury: Michael Stegemann)
Ein Finale mit Symbolkraft
Am 23. Januar 2026 – zeitgleich mit dem Auftakt der Mozartwoche 2026 – erschien bei Berlin Classics das Doppel-Album als sechster und abschließender Teil einer erfolgreichen Albumreihe, die das Mozarteumorchester Salzburg seit 2023 gemeinsam mit dem Berliner Label realisiert. Dass die Reihe mit einem Mozart-Album beginnt und mit einem endet, ist kein Zufall: Mozart ist nicht nur das Kernrepertoire des Ensembles – die Geschichte des Orchesters ist auch biografisch mit dem Komponisten verknüpft, wurde es doch vor über 180 Jahren mit Unterstützung seiner Witwe Constanze Mozart und seiner Söhne gegründet.
Für das Finale der Reihe übernahm Roberto González-Monjas eine besondere Doppelrolle: Als Chefdirigent – dieses Amt bekleidet er seit 2024 – und zugleich als Solist an der Violine führte er das Ensemble durch sämtliche fünf Violinkonzerte Mozarts, die der Komponist zwischen 1773 und 1776 in Salzburg schrieb. Ergänzt wird das Programm durch das Rondo in C-Dur KV 373 und das Adagio in E-Dur KV 261. Diese Herangehensweise spiegelt Mozarts eigene Praxis wider: Als Konzertmeister und Solist leitete er seine Werke selbst vom Instrument aus – ein Ansatz, der dem Zusammenspiel zwischen Solovioline und Orchester eine besondere Unmittelbarkeit und Lebendigkeit verleiht. Mozarts Violinkonzerte neu entdeckt
Im Booklet des Albums ordnet González-Monjas die Violinkonzerte in ihren historischen Kontext ein und beschreibt die Entwicklung des jungen Mozart: „Mit der Weiterentwicklung von Serenade und Konzert erlangte die Violine rasch beispiellose Bedeutung: tragbar, führungsstark und als Soloinstrument in Italien und Frankreich hoch angesehen, bot sie endlose Möglichkeiten zur Entfaltung von Lyrik und Virtuosität.“ Für González-Monjas sind diese Werke weit mehr als technische Schaustellungen: „Mozarts Konzerte unterscheiden sich grundlegend: Das Streben nach äußerster Virtuosität ist niemals sein Hauptziel; vielmehr experimentiert er mit der Gattung und treibt sie entscheidend weiter.“ |